“Da bin ich zu alt für”

5 Mythen über’s Alter, die sich erfüllen indem Du sie glaubst

Wofür Du zu alt bist bestimmst vor allem Du

Wenn mit 40+ irgendwas schmerzt oder nicht mehr so gut läuft, ist für Viele der Fall klar:

Das liegt am Alter!

Selbst viele Ärzte spielen das Spiel mit.

“Knieschmerzen? Mal schauen, wir hätten da Salbe, Bandagen, Einlagen oder OP.
Sie wollen dass es heilt, und sich wieder normal bewegen? Na jetzt machen sie mal halblang!
Über Vierzig kann ihr Körper halt nicht mehr so.”

Mythos #5
“Ab Vierzig geht’s steil bergab”

Eine bequeme Erklärung.

Gerade wenn der Konsultierte entweder keine Zeit hat. Keine Lösung kennt. Oder der Patient ohnehin nichts ändern möchte.

Wenn’s am Alter liegt kann man ja nichts machen.

Statt also herauszufinden, was es braucht, damit ein Knie wieder gern läuft oder die Schulter sich frei bewegt, heißt’s dann nur: “Mir sin halt ka fuffzehn mehr.

Die uralten Jungen

Wer in diesen Mythos schlecht reinpasst, sind Menschen wie Yuichiro Miura, der mit 80 mal schnell den Mount Everest besteigt.

Johanna Quaas, die 96 jährige Oma am Reck.

Oder der turbantragende Torpedo, Fauja Singh, der mit 101 noch Marathon läuft – nachdem er mit 89 begann, dafür zu trainieren.

5 Mythen übers Alter

spielen & lernen

Es braucht jedoch keinen Sport um im Alter gut beisammen zu sein.

Die meisten Über-Hundertjährigen schaffen das auch mit alltäglicher Bewegung. Die 122 jährige Kane Tanaka zum Beispiel spaziert, spielt und lernt gern – und hat auf’s Sterben überhaupt keine Lust.

Während andere von uns schon mit 26 vor Rückenschmerzen kaum kriechen können und uns fragen, warum zum Geier die Jeans immer enger wird.

Kenn ich aus eigener Erfahrung.

“Das sind die Gene,” hör ich da munkeln. “Manche haben eben einfach gute Anlagen.”

Okay, schauen wir mal…

Mythos #4
“Wie wir altern liegt an den Genen”

Motorisches Lernen schützt unser Nervensystem und hält jung

Zugegeben: Da ist was dran.

Gene beeinflussen mit welchen Grundlagen wir starten.

Ob es uns leichter fällt zu sprinten oder ausdauernd zu laufen. Kohlenhydrate oder Fette gut zu verwerten. Oder zu welchen Krankheiten wir neigen.

Zwillingsstudien jedoch zeigen:

Selbst eineiige Zwillinge altern unterschiedlich.

Entwickeln verschieden starke Immunabwehr. Und leben unterschiedlich lang.

Wir haben die Wahl

Studien kommen zum Schluss, dass Erbfaktoren unsere Lebensspanne nur zu maximal 35 Prozent bestimmen.

Der Rest ist umweltabhängig. Das gleiche gilt für unsere Immunabwehr.

Wie wir altern hängt also zu mindestens 65 Prozent davon ab, wie wir leben.

Das ist doch schonmal was!

Und wie ist das nun mit der Schutzschicht?

Mythos #3
“Im Alter sinkt der Stoffwechsel”

Im Alter sinkt der Stoffwechsel? Kommt drauf an...

So sagen wir gern, wenn wir uns nicht erklären können, welche Tierchen unsere Jeans nächtlich enger nähen.

Und ja, unsere basale Stoffwechselrate ändert sich tatsächlich mit dem Alter.

Nur zu anderen Zeiten, als Viele von uns es vermuten.

So schießt unser BMR (engl. Basal Metabolic Rate) in unseren ersten 12 Lebensmonaten erstmal in die Höhe. Als einjähriger Säugling verbrennen wir Kalorien 50% schneller als ein Erwachsener.

Nach unserem ersten Lebensjahr vermindert sich die basale Stoffwechselrate.

Jedes Jahr um etwa 3%.

Langes Plateau

Ab 20 pendelt sich der BMR auf ein neues Plateau ein und bleibt auf diesem bis zu unserem 60 Lebensjahr weitgehend stabil.

Erst im Anschluß sinkt der Grundumsatz allmählich wieder. Um jährlich etwa 0,7%.

Einerseits, da Viele von uns Muskeln abbauen. Andererseits, da sich unser Zellstoffwechsel verlangsamt.

Wenn wir nun schon zwischen unserem zwanzigsten und sechzigsten Geburtstag Schutzschicht ansetzen, liegt’s nicht daran, dass unsere basale Stoffwechselrate gesunken wäre.

Was also geht tatsächlich vor?

Mehr dazu im Mythos #1 – Alt werden macht krank

Mythos #2
“Im Alter sinkt die Lernfähigkeit”

Das hält jung: Neues Lernen und komplexe Fähigkeiten erhalten

Was Lieschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Mag sein. Der Grund dafür liegt jedoch nicht darin, das er es nicht könnte.

Denn anders als bei anderen Säugetieren bleibt das menschliche Gehirn bis ins hohe Alter formbar. Wir können es trainieren wie einen Muskel. Das zeigen zahlreiche neurowissenschaftliche Untersuchungen.

Lernen geht in jedem Alter

Neues lernen geht also im Alter ähnlich gut wie in jungen Jahren.

Lediglich Motivation und Lernbereitschaft lassen mit zunehmendem Alter bei Manchen von uns nach.

Dabei belohnt unser Hirn jeden Lernerfolg mit einem Schäufelchen begeisterndem Dopamin. Gerade motorisches Lernen begünstigt ein Feuerwerk neurotropher d.h. nervensystem-aufbauender Botenstoffe.

Mit intaktem Nervensystem lebt sich’s besser

Indem wir neue Bewegungsfähigkeiten aufbauen, fördern wir also nicht nur unsere Koordination, Kraft und Unabhängigkeit – sondern sorgen gleichzeitig dafür, dass wir auch morgen noch unsere Partner und Enkel erkennen.

Oder tun zu können, was wir als bedeutsam empfinden.

All dies trägt wesentlich dazu bei, überhaupt lange leben zu wollen.

Kommen wir also zum größten Schreckgespenst:

Mythos #1
“Altern macht krank und schwach”

Lernen können wir in jedem Alter. Am besten lebenslang.

Hier versteift das Knie. Dort werden wir blind, dement, brauchen einen künstlichen Ausgang.

Diese und ähnliche Bilder jagen uns Angst ein.

Wir enden krank, tattrig und fremdbestimmt. So fürchten wir.

Und Schuld daran ist – tadaa – DAS ALTER!

Alterskrankheiten bei Kindern?

Viele angebliche Alterskrankheiten jedoch -wie Arthrose, Arteriosklerose oder Diabetes – treten mittlerweile bereits bei Kindern auf. Auch an Parkinson und Multipler Sklerose erkranken zunehmend jüngere Menschen. Gerade in in Industrieländern.

Dies legt nah, dass die Ursache des Elends nicht in der Zahl unserer Jahre liegt, sondern weit mehr Einflüsse zusammenkommen. Die erst gemeinsam bestimmen, wie gut wir an unserem neunzigsten Geburtstag tanzen. Und ob wir dabei ausgelassene Grimassen schneiden.

Altern ist nicht gleich Altern

Wir können also unterscheiden zwischen

  • chronologischem Alter
  • biologischen Alter
  • psychologischem Alter

Chronologisches Altern und die natürliche, geringfügige Verlangsamung unseres Zellstoffwechsels ab 60 können wir nicht ändern. Mit Lebenserfahrung, Geduld und Humor jedoch gut wettmachen.

Verfrühtes biologisches oder psychologisches Altern hingegen ist zum größten Teil umwelt- und lebensstilbedingt.

Gemeinsam

Fazit: Altern ist wie Voodoo

Wir altern wie wir leben.

Wie wir uns mit zunehmendem chronologischen Alter entwickeln ist zu 65% lebensstilbedingt.

Wie wir leben – aka uns verhalten- wiederum hängt davon ab was wir erwarten:

Wie wir unsere Fähigkeiten und Belastbarkeit im jeweiligen Lebensabschnitt einschätzen.

Indem wir beängstigende und einschränkende Überzeugungen hinterfragen, eröffnen wir uns neue Möglichkeiten.

Wenn wir stets dazulernen, uns freudvoll bewegen, vitalstoffreich essen, liebevolle Beziehungen pflegen und uns ordentlich Pausen gönnen, stehen die Chancen gut, bis ins hohe (chronologische) Alter jung zu bleiben. Aka neugierig, lebenslustig und verdammt gut beieinander.

Viel Freude beim Mythbusten!

Bewegen wie früher

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