Selbstheilungskräfte

Dein Organismus kann sich hervorragend selbst reparieren, aber…

Du heilst nicht auf der Flucht

Kurzzeitiger Stress ermöglicht Höchstleistungen
chronische Anspannung zermürbt

Kurzfassung

Regeneration und Heilung setzen ein, wenn Du Dich sicher fühlst, entspannst und mehr Energie zur Verfügung steht, als zum Erhalt der unmittelbar lebensnotwendigen Funktionen erforderlich.

Dieser Zustand tiefer Entspannung tritt für Viele von uns kaum noch ein. Stattdessen bleibt unser Nervensystem zum Teil dauerhaft alarmiert. Die Folgen sind u.a. Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Schmerzen, hoher Blutdruck, diffuse Beschwerden, verlangsamte Heilung oder gar Depression.

Was unser Nervensytem in Alarm versetzt, wie Stress es Dir ermöglich, vorübergehend außer~gewöhnliches zu leisten und warum es wichtig ist, im Anschluß die normale Funktion Deines Nervensystems wiederherzustellen, erfährst Du in diesem Artikel.

#1 So funktionierst Du auf der Flucht

Stell Dir vor, Du fliehst vor einem Tiger.

Dein Puls rast, Du atmest schnell, sauerstoffreiches Blut wird mit hohem Druck zu den Muskeln gepumpt, Du nimmst alles wie in Zeitlupe war, kannst plötzlich über Schluchten springen, die Du normalerweise kilometerweit umgehen würdest und selbst im im Halbdunkel besser sehen. Ob Du Dich gerade erleichtern oder Feuerholz sammeln wolltest–alle Gedanken, die nicht dem direkten Überleben dienen werden erstmal verdrängt.

All diese leistungssteigernden Anpassungen werden unter anderem über unseren Sympathikus angeregt. Mächtige Botenstoffe (Adrenalin, Noradrenalin) überschreiben die üblichen -der Effizienz und Sicherheit dienenden- Beschränkungen, so dass Dein gesamtes System auf Maximalleistung läuft und selbst ernste Beschädigungen vorerst ignoriert werden.

D.h. falls Du Dich während Kampf oder Flucht verletzt, spürst Du währenddessen sinnigerweise nur einen Bruchteil der Schmerzen.

Sobald unser Nervensystem auf Alarm schaltet, ändert sich zudem schlagartig unsere Physiologie (mehr dazu im nächsten Abschnitt). So dass Traumatisches momentan weniger intensiv verarbeitet wird und die freiwerdende Energie andererseits in Flucht oder Kampfhandlungen zur Verfügung steht.

Nachdem Du Dein Kind und Dich stuntreif in Sicherheit gebracht hast, fährt das System wieder runter. Der Parasympathikus wird aktiver, Du spürst alle zugezogenen Verletzungen, wirst hundemüde, schläfst wie ein Stein und Dein Körper beginnt, die bei der Überlastung entstandenen Schäden zu beheben. Klingt super. Ist es auch. Brenzlig wird es erst, wenn unser Organismus für längere Zeit im Kampf- oder Fluchtmodus hängenbleibt.

#2 Ein beunruhigender Gedanke genügt

Wann immer Dich etwas beunruhigt, macht Dich Dein Organismus kampfbereit. Hierbei ändert sich schlagartig Deine Physiologie.

Mittels Verspannung der Suboccipitalmuskeln (Rectus capitis lateralis und rectus capitis anterior) vollzieht sich spontan eine Verschiebung der oberen Halswirbel C1 (Atlas) gegen C2 (Axis), welche auf die Wirbelschlagader drückt und so die Durchblutung des Hinstamms verringert.

Die hierdurch erfolgende Hemmung des vorderen Vagus-Astes und damit einhergehende Ausschaltung höherer sozialer Funktionen (unter anderem erforderlich für soziale Zugewandheit und Kommunikation) kann während Kampf- oder Flucht überlebenswichtig sein. (Stanley Rosenberg, Der Selbstheilungsnerv)

Diese Verschiebung und Funktionsänderung vollzieht sich nicht erst, wenn eine konkrete Gefahr auf uns zu kommt (Tiger).

Als überlebenswichtiges Frühwarnsystem reagiert unser Nervensystem bereits, wenn wir eine unbewusste Sinneswahrnehmungen als Signale einer Bedrohung interpretieren (Geruch, der Dich an ein Trauma erinnert), eine Gefahr annehmen (jemand behauptet, Du säßest auf einer Bombe oder habest Krebs) oder uns ein anderer Gedanke stark beunruhigt (Geldsorgen, Schulden, zwischenmenschliche Konflikte).

#3 Dauerhafter Alarmmodus erschöpft

Ehe Du Dich versiehst, läufst Du ständig im partiellen Kampfmodus — verbrauchst massig Energie für hohen Puls und Blutdruck, Schwitzen, Blutzuckerspitzen, Verspannungen und stressbedingte Gedächtnisschwäche — die Dir bei der Lösung neuzeitlicher Probleme so gar nicht weiterhelfen.

Im Gegenteil: Die mit dem Alarmzustand einhergehende Hemmung des vorderen Vagusastes sorgt dafür, dass zwischenmenschlicher Kontakt und Kommunikation schwerer fallen.

Da kann dazu führen, dass wir uns lieber zurückziehen, uns selbst Nahestehenden gegenüber verschlossen oder ruppig zeigen und generell auf Arten reagieren, die für uns selbst schädlich und für unserer Mitmenschen kaum nachvollziehbar sind. Was wiederum ein Gefühl der Isolation begünstigt und mehr beunruhigende Gedanken hervorruft.

Die gute Nachricht: Du kannst diesen Teufelskreis selbst durchbrechen!

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