Darmbiom / Immunsystem / Nervensystem

Wie Du mittels traditioneller Lebensmittel Deine Widerstandskraft erhöhst

Unser Enterisches Nervensystem (Darmnervensystem, ugs. auch Darmhirn oder Bauchhirn) besteht aus unserem Darmbiom welches hunderte Arten von Bakterienstämmen umfassen kann und wesentlich zu unserem Wohlergehen beiträgt.

Über die Darm-Hirn-Achse beeinflusst es einerseits, wie klar wir denken und wie zuversichtlich wir gestimmt sind.

Andererseits hat es deutliche Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit unseres Immunsystems und damit unsere Abwehrkräfte.

Je nachdem was Du isst, lieferst Du Nahrung für günstige oder üngünstige Bakterienstämme.

Die erwünschten, unserer Gesundheit zuträglichen, Bakterien ernähren sich kurzgesagt von leicht fermentierbarer, faserreicher Kost.

Sie lieben ursprüngliche Gemüse und Obstsorten, Beeren, ballaststoffreiche Saaten, Wildkräuter, Apfelessig, Kombucha, Joghurt, milchsauer fermentiertes Gemüse.

Auch kleine Mengen Leber / Innereien, Eier, Knochenbrühe von gesunden, artgerecht aufgewachsenen Wild- oder Weidetieren sowie Fisch aus Wildfang helfen, unseren Darm zu regenerieren.

Jegliche Nahrung am besten auf Körpertemperatur, gut gekaut und mit Ruhe genossen.

Günstig für Darm & Darmflora

Unser Darmbiom ernährt sich vor allem von langkettigen Kohlenhydraten.
Für uns vorteilhafte Darmbakterien besitzen Enzyme zur Aufspaltung von Ballaststoffen, wie Inulin, Pektin und resistenter Stärke, welche einem nicht oder fehldesiedelten Verdauungstrakt fehlen.

Auf deutsch: Gesundheitsförderliche Darmbakterien lieben Gemüse und Obst – denn diese sind voller Ballaststoffe.

Besondere Renner für unsere erwünschten kleinen Freunde sind inulinreiche Gemüsesorten wie Artischocken, Chicorée, Knoblauch, Lauch, Schwarzwurzel, Spargel, Topinambur und Zwiebeln. Auch alle Arten grünes Blattgemüse sowie Kohlarten und Süßkartoffeln tragen zu einem gesunden Mikrobiom bei.

Aufgrund ihres hohen Pektingehalts ebenfalls sehr beliebt sind Quitten und Äpfel. Desweiteren alle Arten von Beeren, ebenso wie Birnen und Nüsse.

Unpasteurisiertes, milchsauer fermentiertes Gemüse jeglicher Art, z.B. Sauerkrauft, Rote Beete, Bohnen, ebenso wie traditionell hergestelltes Kimchi (Chinakohl) oder Miso (Würzpaste aus fermentierten Sojabohnen).

Durch den fermentationsbedingten Abbau komplexer Ballaststoff-Strukturen wird Gemüse besser verdaulich. Aktive Milchsäurebakterien produzieren zusätzliche Vitamine (u.a. der B Gruppe) und setzen gebundene Mineralstoffe von Phytinsäure frei.

Durch den Genuss fermentierter Lebensmittel lassen sich ganz einfach neue Bakterienkulturen zuführen, die im Darm mitwirken können.

Ein weiterer Vorteil fermentierter Produkte ist die Zufuhr von Säuren wie Milchsäure (Laktat) und Glucoronsäure, jedoch auch der durch fermentation entstandenen zusätzlichen Vitamine sowie der besser verfügbare Mineralstoffgehalt.

Unpasteurisierter biologischer Apfelessig enthält viele gesunde Probiotika die sich positiv auf die Darmflora und das Immunsystem auswirken. Weitere Effekte:

  • Apfelessig hilft bei der Verdauung, indem er die Bildung von Verdauungssäften anregt. Besonders die Verdauung von Fetten und Kohlenhydraten wird von Apfelessig optimiert.
  • Essigsäure hilft, Bakterien und Pilze zu bekämpfen und kann so vor Krankheiten schützen. Auf diese Weise hilft Apfelessig z.B. auch gegen Schuppen, indem es verursachende Hefepilze auf der Kopfhaut bekämpft.
  • Mahlzeiten, welche zusammen mit Apfelessig eingenommen wurden, verlängerten das Sättigungsgefühl
  • Apfelessig trägt dazu bei den Blutzuckerspiegel zu regulieren indem er die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessert. Blutzuckerschwankungen und daraus folgende Heisshungerattacken werden gemindert.
  • Apfelessig senkt den Cholesterinspiegel

Apfelessig macht sich gut als säuerliches Würzmittel in Gemüsesuppen oder -mit Olivenöl sowie ggf. einem Teelöffel Senf vermengt- als Dressing zu Salat oder gedünstetem Gemüse

Viele aromatische Gewürze fördern die Verdauung und wirken ausgleichend auf Darm und Darmflora.

Gewürzpflanzen mit bitterer Komponente beispielsweise regen unsere Speicheldrüsen sowie die Bauchspeicheldrüse an, wodurch Nahrung besser aufgeschlossen wird. Gerbstoffe aus herben Gewürzen verhindern Fäulnis im Darm sowie damit einhergehende Blähungen und Beschwerden.

Exemplarisch an dieser Stelle einige der positiven Wirkungen von

Kreuzkümmel (Cumin) – wie viele anderen der unten aufgeführten Gewürze wirkt Cumin antibakteriell, hilft bei der Bekämpfung von Pilzen u.a. Hefepilzen (Candida), sorgt für eine gesunde Darmflora, stärkt Leber- und Nierenfunktionen und wirkt dadurch allgemein reinigend.

Diese Wirkungskombination (verbesserte Darmflora + Reinigung) erklärt, warum eine Ernährung mit Kreuzkümmel -und möglichst vielen weiteren der hier aufgeführten bitter-aromatischen Gewürzen- auch die Funktion unseres Nervensystems unterstützt, hierdurch Gedächtnisschwund und Alzheimer lindert und die allgemeine Widerstandskraft gegen Stress verbessert.

Im gleichen Zuge führt die Verbesserung des Darmmilieus (Verminderung von Entzündungen im Darm) in Kombination mit funktionierendem Stoffwechsel (Absorption &  Ausscheidung) einerseits zur normalen Funktion des Immunsystems (Stärkung der Widerstandskräfte) als auch zum Abklingen diverser Beschwerden wie Gelenkentzündungen und Muskelschmerzen.

Kreuzkümmelsamen (Cumin) findest Du oft in indischen, türkischen oder asiatischen Läden. In Bio-Qualität bekommst Du sie unter anderem bei SatNam. Kreuzkümmel (Cumin) ganz, Bio

Gewürze

Bockshornklee – verdauungsfördernd, Tonikum für die Leber

Fenchelsamen – löst Krämpfe, vertreibt Blähungen

Gelbwurz (Kurkuma) stärkt Darmflora, fördert Eiweißverdauung

Ingwer – hilft bei Blähungen und Krämpfen

Kardamom ist wohl das verträglichste verdauungsfördernde Gewürz. Regt die Milz an.

Koriander – verdauungsfördend, gerade auch bei nervlicher Anspannung

Muskatnuss – verbessert Nährstoffabsorption, löst Krämpfe im Darm

Schwarzer Pfeffer – stark verdauungsanregend, reinigt den Magen-Darm-Trakt.

Zimt – erwärmt die Nieren und stäkt die Verdauung

Es lohnt sich, uns auch an unsere heimischen Kräuter zu erinnern.

Kamille zum Beispiel hat eine stark entzündungshemmende Funktion.

Pfefferminze wirkt krampflösend und somit positiv bei gereiztem Darm.

Auch die Schafgarbe wirkt krampflösend, zudem appetitanregend und antibakteriell.

Leber ist eine gute Quelle für Vitamin A, welches das Wachstum von Darmzellen begünstigt.

Leber kann somit helfen, einen geschädigten Darm wiederaufzubauen.

Natürlich nur dann, wenn sie von gesunden, artgerecht aufgewachsenen Wild- oder Weidetieren stammt.

Ähnliches gilt für sonstige Innereien, welche generell wesentlich mehr Nährstoffe enthalten, als Muskelfleisch.

Auch kleine Mengen Bio-Eier oder Fisch aus Wildfang können dazu beitragen, Darmzellen neu aufzubauen und Heilungsprozesse zu unterstützen.

Lange geköchelte Knochenbrühe enthält zahlreiche Stoffe, die helfen, einen geschädigten, durch Entzündungen durchlässig gewordenen Darm (Leaky Gut) wieder aufzubauen.

Das enthaltenen Kollagen kann vorübergehend Löcher in der Darmwand flicken. Glukosaminoglykane (GAG) verdicken die Schleimschicht (Mukus), die die Darmwand vor Krankheitserregern schützt und enthaltene Omega-3-Fettsäuren wirken stark antientzündlich.

Mehr dazu:

https://www.universitatsmedizin-goettingen.de/knochenbruehe-vorteile-fuer-die-verdauung-arthritis-und-cellulite/

Unpasteurisiertes fermentierter Tee, Wasser/Kefir, Naturjoghurt aus der Milch artgerecht gehaltener Weidetiere

Bei Kombucha handelt es sich um fermentierten Tee. Obwohl dem Tee im Ansatz Zucker zugesetzt wird, vergären Kombucha-Kulturen diesen zu gesundheitsförderlichen Säuren, welche die Verdauung fördern und dazu beitragen den Darm von Krankheitserregern zu befreien.

Auch Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte aus Getreide stellen gute Kohlenhydrat-Quellen für unser Mikrobiom dar — nachdem enthaltene Anti-Nährstoffe (die Nährstoffaufnahme hemmende Stoffe) durch entsprechende Vorbereitung neutralisiert oder umgeformt wurden.

Dies geschieht beispielsweise durch Keimung / Sprossung oder auch durch Fermentation.

Ein traditionell hergestelltes Sauerteigbrot, bei dem das Getreide durch Sauerteiggärung fermentiert und aufgeschlossen wurde, ist dementsprechend um einiges bekömmlicher und liefert unserem Körper mehr tatsächlich verwertbare Nährstoffe, als ein Getreideerzeugnis, bei dem Vollkornanteile ohne entsprechende Vorbereitung verarbeitet wurden.

Mehr dazu:

Keimen oder Kochen? – Über Vitamine, Antinährstoffe, Phytinsäuren, Trypsin-Inhibitoren und Lektine

Forschung & weitere Infos

entspannt zu mehr Wohlbefinden

Mehr dazu, wie Du Du Deinen Speiseplan auf einfache, schmackhafte Weise mit diesen Lebensmitteln anreicherst, Darm & Hirn dazu anregst, Dich darin zu unterstützen (Neuroadaptation), Dir selbst zu einem guten Freund wirst und den Prozess als willkommenes Abenteuer erlebst erfährst Du im Workshop